Gestern war ein, wir wuerden sagen, „Junior“ Professor im TAO Center.

Sein Thema „Slow Economy“ war eigentlich recht interessant, obwohl wenn ich japanisch verstehen koennte dann waere es noch viel interessanter gewesen. Zum Glueck hat Benji (Englischlehrerin hier im Dorf) ab und zu uebersetzt.
Ich weiss nicht so genau, aber ich dachte in Deutschland ist das eigentlich recht bekannt, groesserer Profit durch mehr langhaltiges Handeln. Zum Beispiel in Fragen des Konsums, durch Kauf regionaler Produkte foerdern wir langhaltig unsere regionale Wirtschaft. Hingegen wenn wir all die Massenprodukte (Wallmart, MacDonalds, div. Produkte aus China etc.) kaufen/ konsumieren, ist dies zwar ein schnelles Vergnuegen, doch auf laengere Sicht hin betrachtet ein grosser Verlust unserer eigenen Schoepfungskraft. Die schnelle Produktion, der schnelle Konsum etc. ist von kurzzeitiger Freude.
Oh, ja … ich liebe das Internet und ich finde es klasse so mal eben in den Laden zu gehen und mir einen Apfelsaft, einen Snack oder aehnliches zu kaufen. Oder zum Beispiel auch die 100 Yen Shops…ich liebe sie, gerade jetzt wo ich besonders sorgfaeltig mit meinem Guthaben umgehen muss.
Eine Dame aus Oguni hier meinte in der anschliessenden Diskussion, ihr falle es schwer den Konsum umzustellen – die Gewoehnung, die Erwartungen im Umfeld usw… . Ja, das ist es wohl. Aber es tut gut Dich gesund zu ernaehren, die Umwelt zu erhalten und mit wenig materiellem zu leben. Ja, es macht gluecklich
. Wer koennte ohne Sauerstoff ueberleben, wer liebt es nicht klares frisches Wasser zu trinken, frischen Obst direkt von den Baeumen zu naschen oder einfach nur reine klare Luft statt Feinstaub zu atmen…..?
Als ich mich fuer die Reise hier vorbereitet habe, musste ich mein Hab und Gut verkleinern. Ich habe geschaut, was brauche ich eigentlich wirklich? Kleidung, Buecher, Papier, Stifte etc.. Es tut so gut ohne unnoetigen Krempel, aber es tat mir auch leid wegen des Muells der bei Entsorgung entstand. Oh…. ich werde jetzt so sorgfaeltig darauf achten, was ich brauche oder nicht. Und ich wuenschte mir noch mehr Menschen wuerden lieber weniger statt mehr kaufen und konsumieren! Wir bestimmen wie schnell oder langsam die Wirtschaft tickt.
Als WWOOF host zwar kein match
aber ich sah ihr Blog und will mal kommentieren zu “slow” economy oder life,
da durch einen Krankenhausaufenthalt gerade Zeit und Sapporo nicht soo heiss ist.
Nun wird hierzulande „slow economy“ oder „slow life“ nur durch Einzelaktionen umgesetzt. Man zieht sich vom Mainstream zurueck und wird zum Einsiedler (extremer Fall) mit gleichgesinntem Freundeskreis. Dann beschraenkt man seine Aktivitaeten auf weniges, meist ein einziges Gebiet, organic farming oder Restaurantbetrieb auch nature guide, mit aeussester Konsumbeschraenkung.
Buddhistisch mag das sein, Rueckzug zu Altem vermeintlich Schoenem und Gutem. Nur veraendert man dadurch nicht den Mainstream der Gegenwart. Es ist mehr der Versuch seine persoenliche Aesthetik zu finden.
So etwas wie diesen Lebensstil zu politisch zu organisieren findet nicht statt. „die Gruenen“ gibt es in Ostasien nicht.
Das Gesparte der Familie bleibet bei Nomura Securities oder anderen Konzernen. Es wird nicht ethisch oder auf Nachhaltigkeit geprueft angelegt.
Macht wird umgangen und nicht angestrebt um “slow life” zu staerken.
Kommentar von Rainer Kaminski — August 23, 2006 @ 1:58
Lieber Fainer Kaminski,
vielen dank fuer Ihren Kommentar!
Wuensche Ihnen gute Besserung!
Kommentar von daninjapan — August 23, 2006 @ 1:10